 |
|
Was versteht man unter "Gürtelrose"?
Herpes Zoster, auch Gürtelrose genannt, wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Dieses Virus gehört zur Familie der Herpes-Viren und wird häufig bereits in der Kindheit übertragen; ein Großteil der europäischen Bevölkerung ist Träger des Virus. Die Erstinfektion des gesunden Menschen äußert sich üblicherweise in der bekannten Kindererkrankung Windpocken. Auch wenn der Betroffene normalerweise nach einer Windpocken-Erkrankung ein Leben lang immun gegen die Krankheit ist, verbleibt das Virus danach normalerweise dennoch im Körper und kann später (z.B. ausgelöst durch Stress oder geschwächtes Immunsystem) wieder "aufwachen". Die Viren "verstecken" sich in den Nervenknoten des Rückenmarks, den sogenannten Spinal-Ganglien, sowie in den Ganglien der Hirnnerven. Die Gürtelrose ist demnach keine Infektion im eigentlichen Sinne, sondern die erneute Aktivierung des Varizella-Zoster-Virus nach einer mehr oder weniger langen Latenzzeit. Während die Gürtelrose eigentlich schon ansteckend wäre, ist die tatsächliche Gefahr, sich durch eine Gürtelrose mit Zoster-Viren zu infizieren, gering. Schätzungen zufolge sind rund 90% der über 14jährigen Europäer durch Windpocken-Infektionen sowieso bereits Träger von Varizella-Zoster. Windpocken sind äußerst ansteckend und werden durch Tröpfchen-Infektion übertragen.
Da das Virus sich im Nervengewebe "versteckt", entzündet sich dieses bei einer Erkrankung. Symptome sind Brennen und teils starke Schmerzen in dem Hautbereich, der durch den betroffenen Nervenstrang versorgt wird und in dem Nervenstrang selbst. Gelegentlich ist vorher allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Ermattung und leichtes Fieber zu beobachten. 2-3 Tage nach Auftreten der anfänglichen Schmerzen treten leicht erhabene, gerötete Stellen auf, die im weiteren Verlauf Bläschen bilden. Die Bläschen füllen sich mit einer klaren oder weißen, eitrigen Flüssigkeit, welche infektiös ist. Die Rötung und Bläschenbildung tritt normalerweise stark lokalisiert (um den Nervenstrang) und meistens nur auf einer Körperseite auf; in seltenen Fällen kann es zu beidseitigem Befall kommen. In seltenen Fällen kann der Ausschlag auch ganz ausbleiben. Nach einigen Tagen platzen die Bläschen auf und verschorfen. Diese Phase kann 1-4 Wochen dauern.
Meistens tritt Zoster im Bereich des Brustkorbes auf. Gelegentlich können auch Rücken, Arme oder Beine betroffen sein. Bei Zoster Ophthalmicus sind Gesicht und Augen betroffen. Bei Befall der Gesichtsnerven kann es zu vorübergehenden Lähmungserscheinungen und/oder Verlust des Geschmackssinns kommen. Sind die Augen betroffen, kann durch Hornhautvernarbung teilweise oder vollständige Erblindung die Folge sein. Zoster Oticus bezeichnet einen Befall des Gehörgangs. Mögliche Folgen sind hier neben den Zoster-typischen sehr starken Schmerzen, Schwerhörigkeit und Störungen des Gleichgewichtssinnes. Unbehandelt können dauerhafte Hörbeeinträchtigungen bzw. Taubheit die Folge sein. Zoster Generalisatus bezeichnet einen Befall des gesamten Nervensystems; diese Krankheitsform ist lebensbedrohlich, tritt aber üblicherweise nur bei starker primärer Schwächung des Immunsystems auf (z.B. durch AIDS, Leukämie oder andere Krebs-Formen) . Herpes Zoster tritt auch im Genitalbereich auf. Er zieht über das ganze Geschlechtsteil großflächig bis auf die Oberschenkel. Im Lymphabflußgebiet des betroffenen Hautareals lassen sich nicht selten aktivierte Lymphknoten nachweisen. |
 |
|
 |
|
 |
 |
|